16.03.2017: DFUV e.V.: Ein Lichtblick für forstliche Dienstleister?

Im Rechtsstreit zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem Bundeskartellamt um den Einsatz staatlicher Förster im Privat- und Kommunalwald wurde gestern der Beschluss des Oberlandesgericht Düsseldorf öffentlich gemacht.

Für die Privat- und Kommunalwäldern mit einer Flächengröße von mehr als 100 Hektar darf das Land Baden-Württemberg künftig kein Holz mehr verkaufen. Auch der Revierdienst darf von staatlichen Förstern dort nicht mehr geleistet werden. Ausnahme läßt das OLG nur dann zu, wenn sich das Land für diese Leistungen dem Wettbewerb stellt, indem es für seine Leistungen kostendeckende Gebühren erhebt.

Damit ist das seit langer Zeit praktizierte „Baden-Württembergische Einheitsforstamt“ mit Zuständigkeit in allen Waldbesitzarten zerschlagen. Die staatlichen Förster dürfen ihre Arbeit künftig nur noch im Landeswald verrichten.

Es ist natürlich zu verständlich, dass die Besitzer von Privat- und Kommunalwald von diesem Urteil nicht begeistert sind – ist doch zu erwarten, dass die bisher für einen Spottpreis abgerechneten Leistungen künftig deutlich teurer werden. Mit entsprechend kalkuliertem Aufwand wird der Subventionierung dieser Arbeiten aber sicherlich ein Ende gesetzt.

Dies eröffnet den forstlichen Dienstleistern plötzlich ganz neue Perspektiven. Statt der staatlichen Förstern können künftig auch forstliche Dienstleister den Revierdienst im Privat- und Kommunalwald anbieten. Dem Waldbesitzer bleibt es zu entscheiden, wen und zu welchem Preis er dann künftig mit diesen Aufgaben betrauen will.

Die Qualifikation für die Übernahme des Revierdienstes in den o.g. Wäldern ist bei vielen forstliche Dienstleistern vorhanden. So sind beispielsweise alle Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes des DFUV  als Revier- oder Forstamtsleiter qualifiziert. Zahlreiche Kollegen in den DFUV-Mitgliedsländern sind gleichermaßen ausgebildet. Es besteht also keine Gefahr, dass Arbeiten fachunkundig durchgeführt werden. Wenn das Land gegen das Urteil keine Revision einlegt, so wird man Dienstleister schon bald beim Planen von Holzerntemassnahme und beim Auszeichnen der Bestände im Kommunal- und Privatwald antreffen können.

Auch der Holzverkauf ist eine Tätigkeit, die von viele Dienstleistern bereits seit Jahren praktiziert wird. Forstliche Dienstleister haben die notwendigen Verbindungen und pflegen die Fäden zu den Abnahmequellen, mit denen sie seit Langem zusammenarbeiten. Forstliche Dienstleister sind flexibel, bedienen naturgemäß gerne kleine, mittelständische Abnehmer, sind aber trotzdem bei den großen Partner der Holzindustrie bekannt und anerkannt.

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