11.01.2017: WP-Bericht zu Kyrill: “Rehe und Hirsche „profitieren“ von Sturmschäden durch Kyrill”

Hochsauerlandkreis.

Vor allem Pflanzenfresser wie Rehe und Hirsche haben im Hochsauerland von den Folgen des Orkans Kyrill profitiert – die Population ist gestiegen.

Knapp zehn Jahre ist es her, dass der Orkan Kyrill im Hochsauerlandkreis wütet und große Schneisen in die Wälder reißt. Abgeknickte Äste und Bäume sind allgegenwärtig, viele einst dicht bewaldete Flächen liegen nun komplett unter freiem Himmel – und ausgerechnet die Tierwelt zieht Nutzen daraus.

„Es gibt eigentlich keine Tierart, die in den letzten zehn Jahren nicht von den Folgen von Kyrill profitiert hat. Vor allem Pflanzenfresser leben dadurch aktuell unter extrem günstigen Bedingungen“, erklärt Christoph Bernholz, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Hochsauerland. Die Schalenwildarten wie z.B. das Reh, haben sich seit dem Sturm vor zehn Jahren rasant vermehrt: „Die Jäger müssen aktuell zwischen 50 und 80 Prozent mehr Tiere schießen, als noch vor zehn Jahren“, ergänzt Bernholz.

In den ersten drei Jahren ging es um Pflanzenwachstum

Zunächst ist der Anstieg in der Tierpopulation nicht spürbar: „In den ersten drei Jahren nach Kyrill mussten die Pflanzen auf den Brachflächen erstmal wachsen, allerdings waren die Bedingung durch das fehlende Blätterdach dafür natürlich deutlich besser“, erklärt Bernholz. Die Folge: Auf Flächen, auf denen zuvor große Fichtenwälder standen, konnten sich am Waldboden nun neue Pflanzen entwickeln.

„Büsche, Sträucher und andere Fresspflanzen haben die Nahrungsvielfalt in den Verbreitungsgebieten der Tiere deutlich erhöht. Vorher gab es dort nur einen Monokulturwald, der vor allem am Boden kaum Nahrung für viele der heimischen Tierarten bereithielt“, sagt Bernholz.

Das Blätterdach verhinderte zudem, dass neue Pflanzen ausreichend Licht zum Wachsen bekommen und damit die Entstehung eines neuen Pflanzenbestandes.

 

Autor: Sebastian Hahn

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