24.12.2018: Weihnachtspost 2018

Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, geschätzte Mandanten, Kunden, Auftraggeber und Auftragnehmer,
liebe Kolleginnen und Kollegen, Freunde und Bekannte, Jagdfreunde und Hundeführer,

jetzt ist es wirklich wieder so weit, Weihnachten ist da und damit hoffentlich auch einige besinnliche Tage für uns Alle!

Auch wir versuchen “herunterzufahren”, einige Tage abzuschalten und im Kreise unserer Lieben zu verbringen.
Gleichzeitig besinne ich mich auf das nun ebenso fast vergangene Jahr 2018, ein Jahr, welches von so gegensätzlichen Entwicklungen, Stimmungen und Ereignissen geprägt war:

Da war gleich zu Beginn des Jahres der Sturm “Burglind”, der uns zumindest lokal schwer zu schaffen machte, war doch ein Eichenbestand im Steilhang umgestürzt und hatte eine Ortschaft für gute 2 Wochen nahezu unerreichbar von der Außenwelt abgeschlossen.
Hier noch einmal Dank an die Stadt Hagen, sowie die Forstunternehmen Hahn & Siepe, sowie Tobias Bücker für ihre tolle Hilfe bei der Schadensbewältigung!

Die Schadensbewältigung ging dann nahezu nahtlos weiter, erwischte uns doch das Sturmtief “Friederike” und warf, diesmal nicht über Nacht, sondern am Tage, exakt 10 Jahre nach Orkan “Kyrill” wieder eine kaum überschaubare Menge Holz…

Dann kam er, der Jahrhundertsommer! Ein Traum, wochen-, nein monatelang trockenes, warmes Wetter, Sonnenaufgänge wie im Bilderbuch, perfektes Pool- und Badewetter, lauschige Abende auf der Terrasse und der Grill im Dauereinsatz. Einfach herrlich.
Doch nach einigen Wochen zeigte uns die Natur, dass das herrliche Wetter auch eine schlimme Kehrseite hatte: Die Trocknis führte zu erheblichen Schäden an unseren Wäldern, die immer weiter voranschreitende Austrocknung der Böden führte zum Absterben von Bäumen, der verminderte Saftdruck erlaubte es “Borkenkäfer & Co.” in noch nicht dagewesem Ausmaß ganze Hänge zu befallen und Waldbestände abzutöten, der trockene Wind nährte Waldbrände in nennenswerter Größe, tausende Hektar Wald, Laub- wie Nadelholz, jung wie alt sind abgestorben und stehen zumindest kurzfristig nicht mehr als Kohlenstoffspeicher, Wasser- und Bodenschutz, Lebensraum diverser Tier- und Pflanzenarten und Erholungsraum der Menschen zur Verfügung. Vom wirtschaftlichen Schaden ganz zu schweigen.
Noch immer sind wir mit der Schadensbewältigung befasst, der Holzmarkt wird in 2019 auch weiter darunter leiden, wir sehen mit mehr als “nervösem Magengrummeln” auf die möglichen Entwicklungen des neuen Jahres…

Was mir in diesem Zusammenhang wirklich zu schaffen machte und mich noch heute beschäftigt, war die Tatsache, dass dieses Waldsterben in der Öffentlichkeit und Politik über lange Zeit überhaupt nicht stattfand, bzw. scheinbar nicht gesehen wurde…
Während die äußerst fragwürdigen Aktivitäten um den “kleinen” Hambacher Forst, von diversen Verbänden, Institutionen und Aktivisten zu dem Symbol der “Energiewende” tagtäglich die Titelseiten der Medien füllten, ging das schnelle Sterben weitaus bedeutsamerer Waldgebiete völlig unter.
Im Gegenteil, die Presse und auch Teile der Politik machten das Treiben dieser vermeintlichen “Umweltaktivisten”, mit ihren rechtsbrecherischen und kriminellen Aktionen sogar noch “salonfähig”… Sehr traurig und bedenklich.
Hier galt es, zumindest ein Zeichen zu setzen, welches wir mit einer recht spontan angesetzten Demonstration am Rande der Agrarministerkonferenz dann auch getan haben.

Wie Sie auf meiner Facebook-Seite sehen können, oder es hoffentlich auch der Presse entnommen haben, habe ich sehr viel Zeit und Kraft in “Öffentlichkeitsarbeit” und Kontakte zur Politik gesteckt. Hier war es auch wieder traurig und bedenklich, dass ich als einzige Reaktion auf meinen offenen Brief an unseren Ministerpräsidenten Armin Laschet Rückkopplungen von Mitgliedern der CDU erhielt. Weder die FDP, noch die SPD, oder gar die so umweltbewussten Grünen haben sich dieser Thematik in der Politik und Öffentlichkeit mit größerem Interesse angenommen.

Was gab es sonst noch für, aus meiner Sicht, beachtenswerte Entwicklungen, jenseits der großen Weltpolitik und Geschehnisse ?

• Mit der finnischen Firma SASTA und meiner Mitarbeit im “PRO-Hunting Team” habe ich im Bekleidungsbereich einen interessanten Marktpartner und Anbieter gefunden. Ich freue mich auf die intensive Zusammenarbeit in der Zukunft!

• Es scheint tasächlich wahr zu werden, dass das Thema “Wolf”, oder besser “Wolfsmanagement” nun endlich in den politischen und öffentlichen Fokus kommt. Ich wünsche mir von Herzen, dass hier alle Akteure die Emotionen und Stammtischweisheiten vergessen und sich auf eine sachliche Diskussion, zum Wohle unserer Kulturlandschaft, den darin lebenden Menschen und (Nutz-) Tieren, sowie dann am Ende zum Wohle einer gesunden und angepassten Wolfspopulation hier bei uns in Deutschland einlassen werden.

• Gerade in diesem Sommer (es wurde viel gegrillt…), sowie in den letzten Wochen (der Weihnachtsbraten muss herbei…) habe ich eine deutlich erhöhte Akzeptanz für die Jagd und unsere Form der nachhaltigen Fleischbeschaffung erfahren. Zumindest in meinem Umkreis scheinen immer mehr Menschen ihren bisherigen (oftmals unbewußten) Fleischkonsum zu hinterfragen und sich bewußt für hochwertige Wildprodukte zu interessieren und zu entscheiden. Eine Entwicklung, die ich nur begrüßen kann und die vom Ansatz her, uns Allen gut tun würde!

• Wenn wir schon beim Thema Jagd sind… Für mich persönlich war es ein fantastisches Jahr, mit unzähligen Momenten, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden. Voller Dankbarkeit blicke hier zurück und sage Allen, die mir diese Momente ermöglicht haben, von Herzen “Waidmannsdank”!

• Ein weiteres, großes Dankeschön gilt unserem Team, welches die Arbeiten in den von uns bewirtschafteten Revieren übernimmt, verantwortet und so zur Zufriedenheit der Waldbesitzerinnen und -besitzer abgewickelt hat!
Ich möchte hier ausdrücklich meine Bürokraft Kerstin Körner, die wir mit Unmengen an Kalamitätsmeldungen und Holzlisten überhäuft haben; meine Kollegen Holger Dreeskornfeld und Hauke Moormann, als ebenso engagierte Förster auf der Fläche; den seit dem Sommer für uns tätigen Forstwirtschaftsmeister Alfred Spiekermann als fachlich versierte, unterstützende Kraft in diversen Betrieben und die Mannen um den Forstunternehmer Tobias Bücker nennen, die das ganze Jahr, in verschiedenen Konstellationen und Betrieben einen Großteil der anfallenden Forstarbeiten erledigt haben. Vielen Dank dafür, dass Ihr da seid, Verantwortung übernehmt und zum Gelingen des Ganzen beitragt!

• Ich danke, selbstverständlich auch im Namen des ganzen Teams Ihnen, liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die Sie auf unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit gebaut haben! Ich hoffe, wir konnten Großteils zu Ihrer Zufriedenheit die Bewirtschaftung Ihrer so unterschiedlichen Forstbetriebe darstellen. Gerade in einem Jahr wie 2018 konnten wir uns behaupten und Ihnen zeigen, was wir können! Wir freuen uns auf die Fortführung der Zusammenarbeit im neuen Jahr, begrüßen hier gleichzeitig unsere neuen Mandanten und Auftraggeber und wünschen denjenigen, die andere Wege, ohne uns eingeschlagen haben, für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

• Last but not least danken wir natürlich auch allen Kunden, Lieferanten, Sägewerkern und Holzhändlern, die mit uns dieses so schwierige Jahr 2018 bewältigt haben. Wir hoffen auf eine ebenso partnerschaftliche, vertrauensvolle und ehrliche Zusammenarbeit im neuen Jahr 2019!

Zum Schluß danke ich Euch, meinen Lieben, meiner Familie und meinen Freunden.

Ohne Euch, Eure Geduld mit mir, Eure herzliche Art, Eure Rückendeckung und Stütze, Eure ehrlichen Worte zur rechten Zeit und all die schönen und spaßigen Momente wäre es nicht ein solches Jahr 2018 gewesen – DANKE!

Jetzt wünsche ich Ihnen und Euch besinnliche Weihnachtstage, schöne, entspannte Stunden im Kreise der Lieben und dann einen gelungenen Start in das neue Jahr 2019,

herzlichst und

Mit freundlichen Grüssen
With kind regards

Michael Sommer
Forstkontor Sommer GmbH

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17.12.2018: Hohenlimburg: Der schleichende Tod der Fichten

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06.12.2018: RGA: Neues Baumsterben bedroht den Forst

Dürrejahr 2018

Neues Baumsterben bedroht den Forst

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Diese Luftaufnahme mit einer Drohne zeigt exemplarisch durch die extrem lange Trockenheit geschädigte Fichten.
© Thomas Frey / dpa

Markus Wolff referierte erste Eindrücke über das „Dürrejahr 2018 und die Folgen“.

Eine Gesamtbilanz des „Dürrejahrs“ 2018 vermag der Forst noch nicht zu ziehen, sagte Markus Wolff, Leiter des Forstbetriebs der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses. Schäden könnten sich auch in Folgejahren noch zeigen. Wolff erinnerte an den Sturm „Frederike“ – auf den Tag elf Jahre nach „Kyrill“ –, der in Nordrhein-Westfalen 20 Millionen Festmeter (fm) Holz vernichtete. Die Böden waren bis in 1,8 m Tiefe „außergewöhnlich trocken“.

Ein weiteres Phänomen neben Hitze und Sturm ist der Borkenkäfer („Buchdrucker“ und „Kupferstecher“). In Bergneustadt ergab die Analyse eines (!) Baums 1600 Altkäfer, 29 000 Larven, 4000 Puppen und 471 frische „Muttergänge“. Wolff: „Das bedeutet hochgerechnet, dass derselbe Baum 2019 mit 1,5 Milliarden Käfern fertig werden muss.“ Er schilderte die aktuell diskutierte Idee, abgestorbenen Bäume stehenzulassen und die noch verwertbaren zu schlagen. Abgesehen vom Erscheinungsbild, würden die geschlagenen Schneisen zu viele Angriffsflächen insbesondere für Stürme bieten.

 

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„Wir wünschen uns ein paar Millionen Spechte mehr“, sagte der Geschäftsbereichsleiter Forstwirtschaft im Ausschuss. Die empfänden Borkenkäfer als willkommene Nahrungsquelle. Der Forst überlege zurzeit mit Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke und der Feuerwehr, welche Vorsichtsmaßnahmen angesagt sind – eingedenk der Tatsache, dass in Remscheid 60 Prozent der Waldflächen in meist kleinteiligen Parzellen Privateigentum sind. Da komme es vor, dass die Besitzer sich nicht mehr um ihre Flächen kümmerten und der Forstbetrieb Abwehrmaßnahmen ergreife – „auch gegen den Willen der Besitzer“. Wolff erwartet ein „spannendes, aufreibendes Jahr 2019“. Im Hinblick auf waldnahe Siedlungen sagte er voraus: „Auch Fichten-Hecken müssen weg!“

Bestände geben neun Jahre nach Kyrill Anlass zur Hoffnung

Er erinnerte an den Beschluss des Betriebsausschusses, einen multifunktionalen, ertragsreichen „Dauerwald“ vorzuhalten. Es sei fraglich, ob das Tempo des Klimawandels noch zulasse, diesen einzurichten und vorzubereiten. Ziel sei die Entwicklung stabiler und strukturreicher Bestände – genau dafür hatte Wolff ein positives Beispiel mitgebracht: Er zeigte einen Bestand an der Neye-Talsperre, der durch Kyrill erheblich geschädigt worden war und heute Hoffnung wecke: „Neun Jahre später sieht es erkennbar besser aus!“ Besonders erfreulich sei, dass es heute statt einer einzigen Baumart (Fichte) derer 14 gebe – dass diese gescheit gelenkt würden in ihrem Wachstum, könne er garantieren, sagte Wolff auf Anfrage von York Edelhoff (SPD). „Wir sind sicher“, fügte er hinzu, „dass wir auf einem guten Weg sind.“ Und wie wird das gemacht? „Indem wir Rehe schießen – anders funktioniert das nicht.“ Hintergrund: Rehe fressen vorzugsweise Knospen und Keime, vernichten also Nachwuchs.

WALDWIRTSCHAFT

WAS TUN? Sven Chudzinski (FDP) wollte wissen, was gegen den Borkenkäfer zu tun sei. „Die chemische Keule kommt für die TBR nicht in Frage“, stellte Markus Wolff mit Blick auf Buchdrucker und Kupferstecher voran. Man müsste dann vergiftete Be-reiche absperren.

GRUNDSATZ Mit ca. 31 % Wald hat Remscheid eine großzügige grüne Umgebung, die das Stadtforstamt mit dem Ziel betreut; ökologisch vielfältige und stabile Wälder zur Sicherung des Naturhaushaltes zu schaffen. Die Bewirtschaftung des hiesigen Waldes erfolgt nach ökologisch ausgerichteten Kriterien naturgemäßer Waldwirtschaft.

Der Forst erwarte 2019 Probleme auch mit Laubbäumen wegen der Hitze 2018. Dem aktuellen Landesbericht zufolge seien 72 Prozent der Laubbäume geschädigt – so ein schlechtes Ergebnis gab es 40 Jahre lang nicht mehr. Jürgen Kucharczyk (SPD) fragte nach den Konsequenzen für den Wasserhaushalt der Umwelt (Natur), wenn nur kranke und tote Bäume „stehenbleiben“ sollten. Wolffs Antwort fiel eindeutig aus: „Wir brauchen ein öffentliches Bewusstsein dafür, dass wir ein Riesenproblem haben!“

Der Bundestag habe gerade für Nordrhein-Westfalen 328 000 Euro bereitgestellt – das sei „ein feuchter Fliegenfurz“! Wenn Landwirte jammern, fließen sehr schnell Milliardenbeträge. „Wir stehen vor einem neuen Waldsterben – und die Politik gibt Almosen!“

 

Von Thomas Wintgen

02.12.2018: WP: Ende des Käferbefalls ist nicht absehbar

Der Landesbetrieb Wald und Holz rechnet in den nächsten Jahren mit Schadholzmengen von bis zu 10 Millionen Festmetern in NRW.

Der Landesbetrieb Wald und Holz rechnet in den nächsten Jahren mit Schadholzmengen von bis zu 10 Millionen Festmetern in NRW.

Zum Vergleich: Durch den Sturm Kyrill vor elf Jahren fielen in NRW 15,7 Millionen Festmeter Windwurfholz an, davon etwa 2 Millionen Festmeter allein im Kreis Olpe.

16.11.2018: LokalPlus: Politik im Walde

Abgeordnete besichtigen Kalamitätsholz

Schäden durch Sturm und Käfer im Kreis Olpe auch Thema im Landtag

Rainer Deppe, Jochen Ritter und Michael Sommer (von links) schauten sich die durch Hitze und Borkenkäfer beschädigten Bäume an.
Kreis Olpe. Wie sehr Trockenheit und Borkenkäfer den Wäldern im Sauerland zusetzen, davon haben sich der heimische Landtagsabgeordnete Jochen Ritter und sein Kollege aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis Rainer Deppe im Wendschen einen Eindruck gemacht.
Beide sind Mitglied im Ausschuss für Umwelt Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, auf dessen Tagesordnung das Thema aktuell weit oben steht. Michael Sommer vom Forstkontor Sommer nahm sie mit in ein besonders betroffenes Waldstück nahe Vahlberg.

„Die Schäden sind nicht so augenfällig wie beim Orkan Kyrill, im Ergebnis aber vielleicht sogar größer“, zeigte sich Ritter beeindruckt. „Wir haben die Auswirkungen im Blick und nehmen die vor Ort gewonnenen Eindrücke mit in die Beratungen nach Düsseldorf, um die Schritte, die die Landesregierung ergreift, notfalls zu ergänzen.“

Michael Sommer pflichtete ihm bei und lenkte die Aufmerksamkeit auf die mittlere Sicht: „Wir müssen uns verstärkt Gedanken machen, wie wir das Ökosystem Wald nachhaltig stärken, damit es seiner natürlichen Funktion sowie als Rohstofflieferant unter den veränderten Bedingungen gerecht werden kann.“Der Wald braucht einen regenreichen WinterRainer Deppe, stellvertretender und für die Forstpolitik zuständiger Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion weist auf die Klimaveränderungen hin, die nun auch hierzulande spürbar werden: „Die beste Hilfe für den Wald wäre ein richtig regenreicher und milder Winter. Darüber hinaus muss unsere Generation die Wälder in dieser Zeit so umbauen, dass die dem Klimawandel zukünftig standhalten.“

(LP)

09.11.2018: Task Force Käfer … oder so…

 

Während der Wahnsinn weitergeht, die Zeit drängt und der Käfer weiter frisst und fressen wird, tagt die Task Force, und tagt, und tagt…. Nur Konkretes gibt es nicht.
Ich hab es befürchtet….

Über 10 Mio Festmeter Schadholz allein und bis jetzt in NRW, das dürfte in etwa 15-20.000 Hektar Wald entsprechen, abgestorben und ebenso mindestens 3.000 Hektar Anpflanzungen tot. Kohlenstoffspeicher, Bodenschutz und Wasserspeicher vernichtet.

Konkrete Ergebnisse der Task Force gleich Null… Wie schnell und intensiv hat sich die Politik der kümmerlichen 200 Hektar Hambacher Forst angenommen?
Aber da geht es ja um Symbolik und Wählerstimmen.
Nicht um die Sache, das Waldsterben an und für sich….

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27.10.2018: LokalPlus: Waldsterben!

Waldsterben

Bedrohliche Situation in den Wäldern: Borkenkäfer zerstören die Bäume

Forst-Ingenieur Michael Sommer zeigt: Auch dieser Baum ist schon von den Borkenkäfern befallen.
Kreis Olpe. Momentan laufen die Waldarbeiten überall auf Hochtouren. Der Grund: Auch im Sauerland sind viele Bäume stark vom Borkenkäfer befallen. Das Ergebnis ist dramatisch, die Bäume sterben ab. Eine Lösung gibt es aktuell nicht. Michael Sommer, Forst-Ingenieur aus Wenden, sieht die aktuelle und zukünftige Situation sehr kritisch.
Dass der heiße Sommer auch seine Schattenseiten hat, ist mittlerweile klar: Die Natur musste – und wird immer noch – darunter leiden. Durch die hohen Temperaturen und den geringen Niederschlag vertrockneten auch die hiesigen Fichten.

Der Waldboden ist bis zu einer Tiefe von 1,80 Meter ausgetrocknet. Die Bäume haben keinen Wasseranschluss mehr. Ein gefundenes Fressen für den Borkenkäfer. Befallene und abgestorbene Bäume sind zuerst an herabrieselnden, oft noch grünen Nadeln, und dann an ihren dünnen Kronen und rot-braunen Ästen zu erkennen.Zehn Millionen Festmeter sind in NRW befallenWas sich nach einer Käfer-Plage anhört, hat enorme Auswirkungen: Die kleinen Insekten unterbrechen den Saftstrom der Bäume und sorgen somit für ihr Absterben. Rund 1,5 Milliarden Käfer können sich potentiell in einen Baum fressen, erklärt der Forst-Experte.

Der Käfer befindet sich unter der Rinde und vermehrt sich dort rasend schnell. Deshalb müssen die befallenen Bäume so schnell wie möglich aus dem Wald transportiert werden, um eine Vermehrung zu verhindern.

Laut Landesbetrieb Wald und Holz NRW heißt es, dass schon rund zehn Millionen Festmeter in NRW befallen und zerstört sind.

„Es macht einfach keinen Spaß mehr, so zu arbeiten“, seufzt Sommer. Ob bei „Kyrill“ oder „Friederike“, beide Orkane haben an einem Tag ganze Flächen umgerissen. Aber dann blieb es auch bei dieser Fläche. „Jetzt ist es wie ein Hamster im Laufrad“, sagt Sommer. Der Käfer zerstöre erst das eine Gebiet, und in den nächsten Tagen fliege er wieder woanders hin. „Wir kommen mit dem Aufräumen des Waldes nicht hinterher“, so der Förster.

Dass sich das kaputte Holz schlecht verkaufen lässt, ist keine Frage. Menschen, die mit Holz ihr Geld verdienen, sehen ihre Existenz bedroht. Denn der Preis für einen Festmeter Holz ist rapide gesunken – Von 92,50 Euro auf rund 45 bis 50 Euro pro Festmeter.

Laut Sommer wird es durch die Käfer doppelt so viel Schadholz geben als im Jahr 2007 bei Kyrill.”Die Gesellschaft schätzt die Bedeutung des Waldes nicht”Er betont, dass aber nicht nur ein wirtschaftlicher Schaden entstehe, sondern dass ein Baum auch andere wichtige Aufgaben habe: den CO2-Speicher beispielsweise. Aber die Gesellschaft sei sich der Bedeutung des Waldes und seinem „Ökosystemleistungen“ nicht bewusst, so der Wendener. „Die Wertschätzung findet einfach nicht statt.“

Der Forst-Ingenieur erklärt weiter, dass beim Krisengipfel am 16. Oktober eine Empfehlung ausgesprochen wurde: Waldbesitzer sollten sich nicht mit den bereits abgestorbenen Bäumen beschäftigen, sondern diese erstmal sich selbst überlassen.

Zu retten gibt es dagegen noch etwas bei Bäumen, die „nur“ befallen sind: Diese sollten umgehend ins Sägewerk gebracht werden.

Problematisch sehe es derzeit aber auch in den Sägewerken aus, erklärt Sommer. Denn diese bekämen dementsprechend viele Angebote, viele Holzlieferungen – und kämen vor lauter Arbeit nicht hinterher.

Die „Waldleute“ wünschen sich für dieses Jahr einen nasskalten Winter. Nur der könne dem Borkenkäfer zusetzen, sagt Sommer. Kann der Borkenkäfer allerdings im März seinen ersten Flug starten, wäre das eine „Katastrophe“, ist sich der Wald-Experte sicher. „Das wird es dann gewesen sein: Die Fichte unter 400 Meter Höhenlage wäre dann weg.“Waldbauern machen sich Gedanken über die ZukunftSchon jetzt müssen sich Waldbauern Gedanken über die Zukunft machen. Gedanken darüber, womit sie in Zukunft aufforsten können und müssen. Wenn die Temperaturen steigen und sich der Niederschlag weiter verschiebt, kommen Fichten als Flachwurzler damit am schlechtesten klar.

Stattdessen zieht Sommer Lärchen, Douglasien, Zedern, Tannen oder Kiefern in Betracht, die einen wirtschaftlich bedeutsamen, hoffentlich klimaresistenteren Wald der Zukunft begründen sollen.

„Unser Wald wird sich radikal verändern“, betont Sommer. „Die Fichte als Brotbaum des Sauerlandes wird es irgendwann hier nicht mehr geben.“

Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

Die Wälder, die die Region und ganz Deutschland zieren, könnte es so bald nicht mehr geben, glaubt Michael Sommer. Um dabei nicht machtlos zusehen zu müssen, schrieb er Anfang Oktober einige Zeilen an Armin Laschet. „Ganze Regionen werden innerhalb kürzester Zeit entwaldet“, warnt Sommer darin. Und: „Waldbesitzer und Forstleute werden vor schier unlösbare Aufgaben gestellt“.

Sommer wünscht sich, dass auch die Öffentlichkeit dieses Problems bewusst wahrnimmt. Über den „kleinen“ Hambacher Forst werde in den Medien so viel berichtet. Dass aber riesige Flächen direkt vor der Haustür der Menschen absterben, sei ihnen nicht bewusst, so der Förster. „Und das macht mich wütend.“

Ein Artikel von Christine Schmidt

21.10.2018: MDR-Hilferuf: Forstleute beklagen riesige Waldschäden

Der Bund Deutscher Forstleute – BDF – warnt nach der Trockenheit in diesem Jahr vor langfristigen Schäden in den Wäldern. Der BDF fordert daher bundesweit 10.000 zusätzliche Mitarbeiter. Ansonsten sind aus Sicht der Forstleute die Probleme in den Wäldern nicht zu bewältigen.

Umgeknickte Nadelbäume liegen durcheinander im Wald bei Erfurt.
Die Forstleute sprechen von 30 Millionen Kubikmetern beschädigtem Holz.Bildrechte: MDR/Bernd Rödger

Allein durch die Dürre haben dieses Jahr rund 300.000 Hektar Wald in Deutschland Schaden genommen. Das berichtete der Bund der Deutschen Forstleute ( BDF ) am Freitag in Erfurt. Insgesamt sprach der Bundesvorsitzende Ulrich Dohle von 30 Millionen Kubikmetern Holz, die in diesem Jahr bisher durch die Trockenphase, Waldbrände, Stürme und Borkenkäfer stark in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Daraus ergebe sich ein Gesamtschaden in Höhe von zwei Milliarden Euro.

Forstleute fordern mehr Mitarbeiter

In Thüringen seien bisher 500.000 Kubikmeter Holz betroffen, ergänzte ein Vertreter des Thüringer Landesverbands. “Die Schäden werden uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen”, sagte Dohle. Der BDF fordert daher bundesweit 10.000 zusätzliche Mitarbeiter. Ansonsten sind aus Sicht der Forstleute die Probleme in den Wäldern nicht zu bewältigen.

Mehrere Männer stehen mit Ferngläsern und Heftern im Wald und blicken nach oben zu den Baumkronen hinauf
Schulung für Förster in der Nähe von Gotha zur Baum-Einschätzung für den Thüringer Waldzustandsbericht.Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Nach Angaben des BDF-Landesvorsitzenden Andreas Schiene plant die Thüringer Landesregierung statt dessen aber einen Personal-Abbau: bis 2025 soll die Zahl der Forstarbeiter auf 1.000 sinken. Derzeit arbeiten in den Thüringer Staatswäldern 1.350 Forstarbeiter.

Ministerium sieht keinen Grund zur Panik

Das Thüringer Forstministerium räumte ein, dass die Situation in den Wäldern kritisch ist. Grund zur Panik besteht aus Sicht des Landes aber nicht. Es wäre nicht sachgerecht, jetzt beim landeseigenen Thüringen Forst nur für eine Ausnahmesituation mehr Personal einzustellen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Der BDF als Forstgewerkschaft und Berufsverband zählt etwa 10.000 Mitglieder. Sowohl Mitarbeiter privater als auch staatlicher Forstverbände sind dort organisiert. Nach Schätzungen des BDF gibt es insgesamt zwischen 30.000 und 40.000 Forstleute in Deutschland.

Quelle: MDR THÜRINGEN

20.10.2018: Thüringer Allgemeine: Sturm, Dürre und Borkenkäfer

Sturm, Dürre und Borkenkäfer – Thüringer Forstleute warnen vor dramatischen Waldschäden

Die Forderung nach 10.000 neuen Stellen in der Branche wird laut.
In diesem Sommer brannte es häufig in den deutschen Wäldern. Foto: Julian StähleIn diesem Sommer brannte es häufig in den deutschen Wäldern. Foto: Julian Stähle

Erfurt. Angesichts der immensen Schäden in den deutschen Wäldern durch die Herbststürme des Vorjahres, die Waldbrände in diesem Sommer und den Befall mit Borkenkäfern fordert der Bund deutscher Forstleute die Schaffung von 10.000 zusätzlichen Stellen.

Ein Katastrophenjahr für den Forst

Nur auf diese Weise ließen sich die Schäden zumindest eindämmen, warnte Ulrich Dohle, Vorsitzender des Bundes der Forstleute gestern in Erfurt. Allein in diesem Jahr sind nach seinen Angaben an den Wäldern Schäden in einem Umfang von rund zwei Milliarden Euro entstanden.

Besonders betroffen seien die deutschen Mittelgebirge. „Der Harz, der Thüringer Wald, das Sauerland, das Weserbergland und der Bayerische Wald mit ihren Fichtenbeständen leiden am meisten“, so Dohle. Dieses Jahr sei das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Die Wälder hätten sich noch nicht von den Herbststürmen des Vorjahres erholt – allen voran Sturmtief Friederike – da hätten die Trockenheit und die Hitze den Bäumen zugesetzt.

 

  • Ein Borkenkäfer kriecht über eine Fichte. Foto: Matthias HiekelEin Borkenkäfer kriecht über eine Fichte. Foto: Matthias Hiekel

Jetzt steuere man auf eine Borkenkäferplage gewaltigen Ausmaßes zu, so Dohle. „Die Forstleute sind nur noch damit beschäftigt, die Folgen von Katas-trophen zu beseitigen, ihre eigentliche Arbeit bleibt liegen“, sagte Ulrich Dohle. 

Man sei mit dem Waldumbau in den vergangenen Jahren gut vorangekommen. Aber aktuell gingen einfach zu viele Waldbestände wieder verloren. Es gibt laut Dohle rund 30 Millionen Festmeter an Schadholz, 300 Millionen Jungpflanzen sind vertrocknet und rund 300.000 Hektar Wald hat der Borkenkäfer vernichtet.

Das sorge auch für erhebliche Einnahmeverluste für die Waldbesitzer, da die große Menge an Schadholz die Preise in den Keller getrieben hat. Habe man noch vor Kurzem 70 bis 80 Euro für den Festmeter Holz bekommen, seien es aktuell lediglich noch 40 Euro.

Dagegen sei das Arbeitspensum für die Forstleute extrem hoch. Durch die Sparpläne der Politik habe die Branche in den zurückliegenden Jahren etwa die Hälfte des Personals verloren. „Aber die Wälder sind nicht kleiner geworden und die Ansprüche an unsere Arbeit auch nicht“, kritisierte der Landesvorsitzende von Niedersachsen, Dirk Schäfer, eine verfehlte Politik. Viele Forstbeschäftigte hätten in diesem Jahr keinen Urlaub nehmen können. „Die Tankanzeige ist auf Reserve“, umschrieb Schäferden Belastungszustand der Mitarbeiter.

Deshalb müssen man personell aufstocken, statt weiter zu kürzen, forderte auch der Landesvorsitzende von Thüringen Andreas Schiene. In Thüringen hat sich die Zahl der Forstmitarbeiter seit 1990 von 2100 auf 1350 verringert. Nach den Sparplänen der Landesregierung werde die Beschäftigtenzahl bis zum Jahr 2020 auf nur 1000 zurückgehen, so Schiene.

Man brauche den Wald, um das Klima stabil halten zu können. Der Wald sorge für saubere Luft und sei wichtige Trinkwasserquelle. erklärte Ulrich Dohle.

 

Rückblick: Als der Wald bei Kranichfeld brannte

Eine riesige Rauchsäule war über dem Waldgebiet zwischen Kranichfeld und Rittersdorf zu sehen. Bis zu 150 Feuerwehrleute aus dem Weimarer Land und angrenzenden Kreisen kamen zum Löschen. Eineinhalb Tage dauerte der Einsatz, den unsere Bilder zeigen.
Luftbild vom brennenden Maientännig zwischen Kranichfeld und Rittersdorf aus dem Polizeihubschrauber. Foto: Polizei Weimar
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Redaktion Weimar / 06.07.18 / ZGT
Z0R0152174497

 

Daten zur Branche und den Wäldern

  • Die Zahl der Forstleute in Deutschland hat sich seit 1990 von 60.000 auf derzeit noch 30.000 halbiert.
  • 300.000 Hektar Schadfläche durch die Dürre entsprechen der Größe von etwa 600.000 Fußballfeldern.
  • In diesem Extremsommer haben mehr als 600 Waldbrände in Deutschland eine Fläche von 2500 Hektar Wald vernichtet.
  • Die rund 30 Millionen Festmeter angefallenes Schadholz bedeuten die Lademenge von mehr als 1,5 Millionen aneinandergereihter Holz-Lastkraftwagen – eine Schlange die länger ausfallen würde als eine Fahrt um den Äquator.

19.10.2018: FAZ: BAUMSTERBEN-Patient Wald

Noch nie waren die Schäden im Wald so groß wie in diesem Jahr – auch die finanziellen Auswirkungen auf die Forstwirtschaft sind verheerend. Was sind die Gründe?

Im Wald wohnt die deutsche Seele, heißt es. Die Schriftsteller der Romantik poetisierten emphatisch die Waldeinsamkeit, die Belebtheit von Buchen und Fichten und Mosen. Der Wald – ein Hort von Ruhe und Harmonie. Und auch in jüngster Zeit feiern Bücher über die Sehnsucht nach dem grünen Hain wie Peter Wohllebens „Das geheime Leben der Bäume“ große Publikumserfolge. Doch wie ist es um den Waldbestand in Deutschland tatsächlich bestellt? Nicht besonders gut, zumindest wenn man den aktuellen Zahlen des Bundes Deutscher Forstleute Glauben schenkt, die am Freitag veröffentlicht wurden.

Demnach waren die Schäden im Wald noch nie so groß wie in diesem Jahr. Der Klimaschützer Wald sei zunehmend selbst vom Klimawandel bedroht: Stürme, Dürre, Waldbrände und der Borkenkäfer hätten hier bislang fast 30 Millionen Festmeter Schadholz verursacht, teilte der Verband mit. Das seien mehr als 1,5 Millionen aneinander gereihte Holz-Lastwagen. 300 Millionen Jungpflanzen seien vertrocknet, 300.000 Hektar durch Borkenkäfer und weitere 300.000 Hektar durch die Dürre beschädigt. Der Verband forderte, 10.000 neue Stellen zu schaffen, um Schäden einzudämmen, den Wald in stabile Mischwälder umzubauen und deutsche Waldbesitzer adäquat zu betreuen.

Auch die finanziellen Auswirkungen auf die Forstwirtschaft sind verheerend: Der Forstwirtschaftsrat rechnet mit Schäden von bis zu zwei Milliarden Euro an den Wäldern in Deutschland, wie Verbandspräsident Georg Schirmbeck kürzlich sagte. Nach Angaben des Verbandes haben allein die drei großen Stürme Xavier, Herwart und Friederike in diesem und im vergangenen Jahr Schäden von mehr als einer Milliarde Euro in den Wäldern verursacht.

Durch die Trockenheit der vergangenen Monate seien zudem fast 30 Prozent der in den vergangenen drei Jahren gepflanzten Bäume abgestorben. Die Nachpflanzung koste die Waldbesitzenden über eine halbe Milliarde Euro. Die Schäden durch den Borkenkäfer bezifferte Schirmbeck auf 270 Millionen Euro. Viele Käfer überwintern, deshalb sei im kommenden Jahr damit zu rechnen, dass sie noch mehr der ohnehin geschwächten Bäume zum Absterben bringen.


DER HITZE ENTKOMMEN:Wenn Bäume durstig sind

Video: reuters, Bild: dpa

Der Klimawandel könnte der Fichte bald ein Ende machen

Millionen von Bäumen sind dem Insekt schon zum Opfer gefallen; das setzt auch den Markt für Fichtenholz unter Druck. Der Fichtenholzpreis hat stark nachgegeben. 60 bis 100 Jahre alte Fichten würden derzeit oft für den Brennholzpreis verkauft, heißt es vom nordrhein-westfälischen Waldbauernverband, das Holz sei kaum noch etwas wert. Habe der Preis für Fichtenholz Anfang 2018 noch bei etwa 90 bis 95 Euro gelegen, sei der Wert vielfach auf nahezu die Hälfte gefallen. Beim Forstbetrieb Wald und Holz geht man von Einbußen von durchschnittlich etwa 30 Prozent aus.

Der Borkenkäfer schädigt die Fichten.
Der Borkenkäfer schädigt die Fichten. :Bild: dpa

Die Bauwirtschaft, aber auch die Möbel-, Verpackungs- und Parkettindustrie setzt Fichtenholz gern als Baustoff ein, unter anderem wegen seiner gut zu verarbeitenden, langen und geraden Stämme. Vor allem der Bauboom in Deutschland lässt die Nachfrage momentan steigen. Ob die Verbraucher von den gesunkenen Preisen für Fichtenholz profitieren sei laut des Hauptverband der deutschen Holzindustrie noch nicht ausgemacht. Befallene Bäume müssten sofort geschlagen werden, um sie gut weiterverarbeiten zu können, nur dann büße das Holz nichts an seiner guten Qualität ein.

Doch schon in einigen Jahren könnte Fichtenholz zur Mangelware werden. Fachleute sind sich bereits jetzt einig, dass sich die Wälder in Zukunft deutlich verändern werden. Die Fichte, die lange als sichere Ertragsquelle von Waldbesitzern geschätzt wurde, soll an den Klimawandel angepassten Baumarten wie japanische Sicheltannen, Mammutbäume oder Esskastanien weichen.