23.06.2016: WAZ: Hohenlimburg-3,7 Kilometer Waldwege saniert

Hohenlimburg. Die Waldwege rund um das Wesselbachtal befanden sich bis zum Frühjahr in einem katastrophalen Zustand. Und das seit vielen Jahren.

Das führte immer wieder zu Beschwerden von Wanderern. So von Sandra Heinrich. Und auch der kommissarische SGV-Vorsitzende Wolfgang Humpert hatte sich im Gespräch mit dieser Zeitung zum Zustand der Hauptwanderwege kritisch geäußert.

Jetzt sind diese saniert, befestigt und teilweise verbreitert worden, damit die schweren 40 Tonner, die aktuell das Holz aus dem fürstlichen Forst abfahren, die Wege relativ unproblematisch befahren können.Doch diese Sanierung lässt die Hohenlimburger aufschrecken. „Sind die Waldwege rund um das Wesselbachtal so ausgebaut worden, damit Anlieferfahrzeuge für mögliche Windenergieanlagen das Material zu den geplanten Standorten bringen können?

Das ist nicht der Fall.

Michael Sommer, geschäftsführender Gesellschafter der Forstkontor GmbH aus Wenden, betreut seit Herbst 2014 den fürstlichen Forst rund um Hohenlimburg und Letmathe und seit dem 1. Januar 2016 auch in Rheda.

Er kann die Aufregung der Wanderer über den Zustand der Wege im Winter und Frühjahr nicht teilen. „Die sind Privatbesitz“, betonte er gestern, dass niemand einen Anspruch darauf haben könne, dass diese frei von Schlamm und Matsch seien. „Das ist auch ein Irrglaube des SGV.“

Durch diese Wege, so seine Darstellung, werden die Waldflächen erschlossen, damit der Holzeinschlag erfolgen können. So wie es gegenwärtig geschehe. Aufgrund der massiven Schlechtwetterlage im Winter und Frühjahr seien diese zwischen Schloss und Märchenwald verschlammt gewesen.

Sommer: „Aktuell werden diese instandgesetzt. So, wie es im Nahmertal auf einer Länge von acht Kilometern bereits geschehen ist.“ In einem ersten Schritt werden die Wege freigeschlagen und auf rund vier Meter verbreitert. Danach werden sie abgezogen. In einem dritten Schritt erfolgt der Einbau von Steinbruchschotter aus heimischen Steinbrüchen, der abschließend, und somit in einem vierten Arbeitsschritt, verdichtet wird.

Insgesamt werde das auf einer Lange von rund 3,7 Kilometern zwischen dem Schloss und dem Märchenwald geschehen.

Riesenbärenklau bereitet Sorgen

Was dem Geschäftsführer der Forstkontor GmbH große Sorge bereitet, ist die Ausdehnung des Riesenbärenklaus am Ende des Wesselbachtals und somit Am Dubberg. Hier gelte es gezielte Maßnahme zu ergreifen. Deshalb habe er die Stadt Hagen informiert.

 

Quelle:

http://www.derwesten.de/staedte/hohenlimburg/3-7-kilometer-waldwege-saniert-aimp-id11943031.html

07.05.2016: Fortschritt und eindeutige Tendenz im Kartellverfahren!

Kartellverhandlung Rohholzvermarktung

Am 4. Mai 2016 fand in öffentlicher Sitzung unter Leitung des Vorsitzenden Richters, Prof. Dr. Jürgen Kühnen der erste Verhandlungstag in der Kartellverwaltungssache zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem Bundeskartellamt vor dem 1. Kartellsenat des Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf statt.

Dabei hat das Gericht die Feststellungen des Bundeskartellamts weitestgehend bestätigt. Dienstleistungen wie das Auszeichnen oder die Forsteinrichtung sind als wirtschaftliche Tätigkeiten anzusehen und unterliegen damit dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, bestätigte der Senat.

Einige zentrale Aussagen des Gerichts im Überblick:

  • Die Wiederaufnahme des Verfahrens durch das Bundeskartellamt war zulässig.
  • Sämtliche in Frage stehende Tätigkeiten (Holzverkauf, Holzauszeichnen, Revierdienst, forsttechnische Betriebsleitung, (periodische) Betriebsplanung) sind unternehmerische Tätigkeiten und nicht hoheitlicher Natur.
  • Die Umsetzungsfristen, die das Bundeskartellamt dem Land Baden-Württemberg eingeräumt hat, sind ausreichend.
  • Die Feststellung des Bundeskartellamtes, dass die Betreuung von Waldflächen unter 100 ha/ Waldbesitzer nicht kartellrechtlich relevant sei, wurde vom Gericht nicht angezweifelt.
  • Das Land Baden-Württemberg hat nach Urteilsverkündung alle gesetzten Fristen ohne Verzögerung umzusetzen. Das Gericht stellte unmissverständlich klar, dass das Land seit der Verpflichtungsvereinbarung aus dem Jahr 2009 genügend Zeit hatte, gesetzeskonforme Strukturen aufzubauen.

 

Quelle: Waldbauern-Aktuell-Nr. 8, WBV NRW

11.03.2016: Pressemitteilung: Landesnaturschutzgesetz in der Kritik

Aktionsbündnis fordert deutliche Verbesserungen am Gesetzesentwurf
Seine Kritik am geplanten Landesnaturschutzgesetz hat das Aktionsbündnis Ländlicher
Raum bekräftigt. Trotz Verbesserungen im Detail beinhaltet die jetzt in den Landtag
eingebrachte Fassung des Gesetzentwurfes weiterhin Regelungen, die massiv in die
aktive Bewirtschaftung und das Eigentum eingreifen. Dem Ländlichen Raum in NRW
drohe damit weiter das Schicksal, künftig in der wirtschaftlichen Entwicklung
abgehängt zu werden. Seit Herbst letzten Jahres machen Landwirte, Waldbauern,
Fischer, Grundbesitzer, Jäger, Gärtner, Landfrauen und die Landjugend mit der
Forderung „Kein Stillstand auf dem Land“ auf die nachteiligen Auswirkungen des
Gesetzes aufmerksam.
Zwar habe Minister Remmel die Argumente des Aktionsbündnisses Ländlicher Raum in
einigen Kritikpunkten angenommen, stellte Bernhard Conzen, Präsident des
Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, fest. “Erfreulicherweise ist der Minister auch
unserer Forderung gefolgt und hat die gesetzliche Verpflichtung, dickstämmige
Laubbäume als Totholz im Wald zu belassen, wieder aus dem Entwurf gestrichen“,
betonte Dr. Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW.
Nach wie vor jedoch beinhalte der Gesetzentwurf in den entscheidenden Passagen
schwerwiegende Mängel, so die Vertreter des Aktionsbündnisses. Dies gelte
insbesondere für das Vorkaufsrecht, das dem Naturschutz künftig für
landwirtschaftliche Flächen eingeräumt werde. „Wir nehmen es nicht hin, das
Vorkaufsrecht des Naturschutzes dem bestehenden landwirtschaftlichen
Vorkaufsrecht gleichzusetzen. Angesichts des weiter fortschreitenden Flächenverbrauches zu Lasten der Nahrungsmittelerzeugung brauchen wir beim
Flächenerwerb einen Vorrang für aktive Landwirte“, hob Johannes Röring, Präsident
des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, hervor.

Das Aktionsbündnis sieht den Landtag auch in der Pflicht, die vorgeschlagene Liste von gesetzlichgeschützten Biotopen deutlich zu verkleinern. Dies gelte gerade für Streuobstwiesen sowie Mager- und Feuchtwiesen. „Wiesen jeglicher Art leben von aktiver
Bewirtschaftung. Nur so bilden sie wertvolle Lebensräume“, betont Max Freiherr von
Elverfeldt, Vorsitzender des Grundbesitzerverbandes NRW. Auch die Aufblähung der
Naturschutzbeiräte durch die Aufnahme weiterer Organisationen sei ein
Konstruktionsfehler im Gesetzentwurf.
Das Aktionsbündnis erneuert seine Forderung, die Anwendung von Ordnungsrecht auf
das Unvermeidbare zu beschränken und das Prinzip der Kooperation in den
Mittelpunkt zu stellen. Jetzt sei das Parlament gefordert, dazu notwendige
Änderungen am Gesetzesentwurf vorzunehmen. Nur so werde das Landesnaturschutzgesetz Entwicklungen im ländlichen Raum nicht ausbremsen.

 

Quelle: „Aktionsbündnis Ländlicher Raum“
Münster, Bonn, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Dorsten, Köln den 11. März 2016

26.01.2016: Badische Zeitung: Kartellrecht, Wald und Holzpreise-Andreas Mundt wirbt für die Position der Kartellwächter.

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FREIAMT. Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes war in den Landkreis Emmendingen und nach Freiamt gekommen, um “zur Versachlichung der Diskussion im Streit um die Rolle des Landes bei der Waldbewirtschaftung beizutragen”. Im Bewusstsein, dass “selten eine Entscheidung der Kartellwächter so umstritten war, aber auch selten unseren Ausführungen so früh Polemik entgegen geschallt ist”.

Das Kartellamt degradiere den Wald keineswegs zur Produktionsstätte, sagte Mundt bei einem Treffen mit Waldbesitzern, Vertretern von Forstbetriebsgemeinschaften und des Instituts für Forst und Umweltpolitik der Universität Freiburg in Freiamt, das der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner vermittelt hatte und moderierte. Deutlich verwahrte sich Mundt gegen den Vorwurf, das Kartellamt sehe nur die wirtschaftliche Relevanz des Waldes und vergesse dabei dessen Bedeutung als Erholungsort, Wasserspeicher und für den Klimaschutz.

Er sah es ganz und gar nicht so wie Hannelore Reinbold-Mench, Freiamts Bürgermeisterin und Vorsitzende der Waldgenossenschaft “Drei-Täler-Wald”, die dem Kartellamt vorhielt, es wolle das Nachhaltigkeitsprinzip dem Wettbewerbsrecht unterordnen. Mundt sagte, es gehe vielmehr darum, das Gemeinwohlinteresse mit den Forderungen des Kartellgesetzes in Einklang zu bringen. Denn dass die Forstwirtschaft, die Milliarden umsetze, sich nicht außerhalb des Kartellgesetzes bewegen könne, sei für ihn selbstverständlich.

Dass es nun nach der Klage des Landes Baden-Württemberg zu einer gerichtlichen Entscheidung kommt, ist für Mundt nicht zwingend. “Wir hatten uns mit dem Land auf das verständigt, was jetzt Verhandlungsgegenstand ist”, sagte Mundt. Die Entscheidung des Kartellamts spiegele eine Zusage des Landes wider. Deshalb sei es schlicht falsch, wenn behauptet werde, das Kartellamt habe an Zusagen gedreht. Dem Land habe wohl nur der Duktus nicht gefallen, das Untermauern der Argumente des Kartellamts mit darüber hinaus gehenden Überlegungen. Beispielsweise die Frage, ob nicht auch schon die zehnjährige Planung, die gar nicht zur Disposition stehe, Einfluss auf die Vermarktung habe.

Laut Mundt geht es letztlich darum, wo die Grenze gezogen werde, die darüber bestimme, welche vorgelagerten Tätigkeiten sich am Ende auf den Holzpreis auswirkten. Anlass, tätig zu werden, seien für das Kartellamt Beschwerden von Sägewerksbesitzern und freien Forstsachverständigen gewesen. Festgestellt habe dann das Kartellamt, dass das Land, das selbst nur 20 Prozent des Waldes bewirtschafte, eben über vorgelagerten Tätigkeiten Einfluss auf rund 60 Prozent des Waldes ausübe. Da dabei die Forstämter zu nicht kostendeckenden Sätzen forstwirtschaftliche Dienstleistungen erbrächten, sei der Markt für freie Anbieter verschlossen.

Mundt: Ein Dienstleister blickt nicht anders wie ein Förster

“Warum kann das, was die Forstämter bisher machen, nicht ein Dienstleister machen?”, fragte Mundt, für den Nachhaltigkeit nicht davon abhänge, wer etwas tue. Dass Förster mit völlig anderen Augen auf den Wald schauen wie ein freier Forstbetriebsleiter, so wie ein Vertreter der Forstbehörde behauptete, könne er nicht nachvollziehen. Zumal das Waldgesetz klare Regeln vorgebe. Mundt sieht die Ursachen der Bedenken auch darin, dass Veränderungen grundsätzlich Ängste hervorrufen. Sollte das Gericht der Entscheidung des Kartellamtes folgen, bedeute das keineswegs, dass dann die Waldbesitzer und vor allem die kleinen Waldbesitzer auf sich allein gestellt seien. “Der Fantasie, Kooperationen einzugehen, sind keine Grenzen gesetzt, nur eben nicht mit dem Land Baden-Württemberg”, erläuterte Mundt.

Gefragt nach angemessenen Reaktionen auf den Rechtsstreit erklärt er, dass es sicher zielführend sei, sich auf eine Entscheidung vorzubereiten. “Ob es sinnvoll ist, jetzt schon Maßnahmen umzusetzen, weiß ich nicht”, sagte Mundt. Klarheit, wohin die Reise geht, erwartet er sich jedoch schon zum Prozessauftakt Anfang Mai. Das Gericht sei bekannt dafür, schon zu Beginn klare Worte zu sprechen.

 

http://www.badische-zeitung.de/kreis-emmendingen/kartellrecht-wald-und-holzpreise

05.01.2016: Drückjagd-Impressionen….

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Auch wenn wir bei den ersten Jagden in Anbetracht des warmen Wetters oft eher “hemdsärmelig” unterwegs waren, so können wir insgesamt doch auf eine sehr ordentliche herbstliche Drückjagd-Saison zurückblicken…

 

Feine Beute!

Treiber

erfolgreiche Nachsuche

Klein Thüringen

Gute Strecke

 

25.10.2015: “Spacer” Training

In den durch Orkan “Kyrill” geschädigten, Sauerländer Revieren stellt sich mehr und mehr die Frage der Behandlung der Aufforstungsflächen.

Nolte

In Anbetracht der unterschiedlichsten Sukzessionen (Landreitgras, Brombeere, Ginster oder Birke) haben die angelegten Kulturen auch mit den unterschiedlichsten Konkurrenzsituationen zu kämpfen.

Handhabung Spacer

Mehr und mehr, auch in Anbetracht der nunmehr deutlich sichtbaren, zusätzlich aufgelaufenen Naturverjüngung, wird deutlich, dass der selektive Freischnitt mit dem sog. “Spacer” (Fa. Husqvarna), auf die einzelne Baumart bezogen und auf eine deutliche Stammzahlreduktion (in der Birke) abzielende Pflege das effektivste Verfahren zu sein scheint.

Pflegepfad

Wir nutzten das Fachwissen des forstlichen Bildungszentrums in Arnsberg (Dank an den Profi Herrn Nolte!), die maschinelle und personelle Ausstattung der Fa. P & P Forstbaumschulen, sowie die unterschiedlichen Aufforstungsflächen im Meinerzhagener Revier, um im Rahmen einer 1,5 tägigen Schulung die Flächenvorbereitung und Vorarbeiten (Kalkulationshilfen), die Arbeit mit diesem Gerät, sowie die Nachbereitung und Kontrolle zu erlernen.

Spacer im einsatz Fi

Ich denke, für die nun anstehenden Pflegeblöcke sind wir gut gerüstet!

25.10.2015: Frühzeitiger Buchen-Einschlag

Steilhang

Wie schon in den letzten Jahren, so starteten wir auch in diesem Jahr schon recht früh mit dem Einschlag des Buchen-Stammholzes.

Polterung

Das trockene Wetter, die angestrebte Frühlieferprämie, die extremen Steillagen und die Stärke des Holzes (Zielstärkennutzung bis zur 8. Klasse) brachten uns in Schwung und die Waldarbeiter um Tobias Bücker mächtig ins Schwitzen…

Timber!

dicke Stämme

18.10.2015: Impressionen von der Hirschbrunft 2015

Sonnenaufgang

 

Auch wenn uns das warme Wetter erst zu schaffen machte, die Brunft somit erst später einsetzte und die gesuchten Hirsche erst nach und nach anfingen, richtig “in Stimmung zu kommen”, so gab es doch wieder unvergessliche Momente….am See

im Birkenwald

Hirsch Porträt

am Hirsch

04.10.2015: Neo-Nectria-Befall bedroht Bergahorn!

Im Zuge des dringend notwendigen Sanitärhiebes in den vom Eschen-Triebsterben betroffenen Beständen entdeckte ich leider einen immer stärker werdenden Ausfall in einem angrenzenden Bergahorn-Stangenholz (bis geringes Baumholz)…

BAH Krone

Die Schadsymptome ähnelten denen der Esche, so dass ich befürchtete, der die Eschen befallende Pilz sei nun auch zum “Bergahorn-Killer” mutiert…

BAH Gesamt

Eine Rückkopplung mit Dr. Niesar (Versuchsanstalt NRW) erbrachte jedoch die Gewissheit, dass augenscheinlich ein Nectria-Pilz hier sein zerstörerisches Unwesen treibt.

Bereits in der AFZ 06/2013 wurde auf den Seiten 22-26 (http://www.nw-fva.de/fileadmin/user_upload/Verwaltung/Publikationen/2013/Langer_et_al_Pilzkrankheiten_Bergahorn_AFZ-2013-06_22-26.pdf) über diese Schadsymptome  und deren verschiedene Verursacher berichtet….

In Anbetracht der betroffenen Standorte, der angrenzenden, massivsten Schädigungen an den Eschen, sowie der Frage der zukünftigen Behandlung und Wiederaufforstung dieser Flächen, stellt sich die Frage, ob ein Wechsel hin zu Nadelholz nicht eine der wenigen, forstwirtschaftlich sinnvollen Optionen darstellt.

18.09.2015: NAPUBLICON – Konferenzreihe für Naturnutzer startet im September

Köln – Am 19. und 20. September 2015 startet die NAPUBLICON im sauerländischen Hemer. Das Ziel: Regelmäßige “Mitmach-Konferenzen“ für eine bessere Interessenvertretung des ländlichen Raumes, die wie Barcamps organisiert sind.
Weil sie auch von ihr leben, bewahren sie die Natur: die Land- und Forstwirte, Jäger und Angler, Imker, Schäfer und weitere Naturnutzer-Gruppen. Sie versorgen die Bevölkerung mit Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen, betreiben aktiv den Erhalt der Artenvielfalt sowie angewandten Naturschutz und dienen damit sogar der Seuchenprävention. Trotzdem steht jede dieser Gruppen immer öfter am medialen Pranger und wird zunehmend als naturschutzfeindlich wahrgenommen. Verkehrte Welt: Derweil die International Union for Conservation of Nature (IUCN) mit der Formel ‘use it or loose it’ die nachhaltige Naturnutzung längst als Basis für Artenvielfalt und Naturerhaltung erkannt hat, ist es in Deutschland genau umgekehrt. Eine Nutzergruppe nach der anderen wird systematisch und wirkungsmächtig aus dem Umfeld der Naturschutz- und Tierrechtsverbände öffentlich diskreditiert.
“Das klappt deswegen so gut, weil die einzelnen Gruppen meist unter sich bleiben”, ist Jochen Schumacher, Initiator der NAPUBLICON, überzeugt. Sein Ziel: Mit dieser ‘Mitmach-Konferenz’ den im ländlichen Raum Aktiven eine Plattform zur Vernetzung untereinander zu bieten, auch mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Dass gerade aus deren Reihen namhafte Vertreter bereits ihre Teilnahme zugesagt haben, freut den Kölner besonders: ” Die NAPUBLICON wird so zu der Gesprächsplattform für eine verantwortliche Naturnutzung.“
Mit der NAPUBLICON überträgt er ein in vielen anderen Bereichen bereits bewährtes Konferenzformat erstmals auf den ländlichen Raum. Den Teilnehmern der unterschiedlichen Gruppen bietet das übergreifend Gelegenheit, Einzelprojekte vorzustellen und neue zu entwickeln. Von Impulsvorträgen an den Vormittagen inspiriert, sind sie in nachmittäglichen Workshops eingeladen, Ideen für gemeinsame Projekte ihrer schonenden Bewirtschaftung und Freizeitnutzung der Kulturlandschaft zu entwickeln und aufs Gleis zu setzen. Und das auch gruppenübergreifend öffentlich zu kommunizieren – für ein Standing in der Gesellschaft, das ihrer Arbeit für die Allgemeinheit wieder angemessen Rechnung trägt.